Medienimpulse ISSN 2307-3187
Jg. 63, Nr. 4, 2025 doi: 10.21243/mi-04-25-14
Ausgehend von der Hauptthese der Monografe „Informations- ströme in digitalen Kulturen. Theoriebildung, Geschichte und lo- gistischer Kapitalismus“ von Matthias Denecke, einer Kritik an der Metaphorologisierung des Wortes „Strom“ zugunsten der Le- gitimierung des Diskurses über die digitale Kultur, thematisiert dieser Review Essay die Anwendung des Begrifs „Strom“ zur Be- schreibung von Kreisläufen und deren Metaphorisierung zu- gunsten der kapitalistischen Informationsgesellschaft. Ergänzt wird dies durch den Vorschlag, statt von Metaphern von Met- onymien zu sprechen, denn „Strom“ steht nicht für die Beschreibung eines Gleichgewichts. Im Gegenteil: Fließen kann wie ein Wirbel disruptiv wirken. Vor allem ist mit „Strom“ die Dynamik der Nichtlinearität in Vorgängen gemeint, die auf unkontrollierte Art und Weise erfolgen können.
This text is a detailed review essay of the monograph “Informati – onsströme in digitalen Kulturen. Theoriebildung, Geschichte und logistischer Kapitalismus (Information fows in digital cultures. Theory formation, history and logistical capitalism)” by Matthias Denecke. Based on the book’s main thesis – a critique of the use of the metaphor ‘stream’ to legitimise discourse on digital cul- ture – this review addresses the use of the term ‘stream’ to des- cribe cycles and their metaphorisation to serve the capitalist in- formation society. The review supplements the suggestion to speak of metonymies rather than metaphors because ‘fow’ does not describe an equilibrium. In fact, ‘fow’ can have a disruptive efect, like a vortex. Above all, ‘fow’ refers to the dynamics of nonlinearity in processes that can occur in an uncontrolled manner.