Arantzazu Saratxaga Arregi

Operative Geschlossenheit

Selbstorganisation ist für mich das prägende Merkmal komplexer Systeme. Sie bezeichnet Prozesse, bei denen Ordnung nicht von außen vorgegeben wird, sondern aus dem Zusammenspiel der Systemelemente selbst hervorgeht – dynamisch, dezentral und eigenständig.

Im Licht der Kybernetik zweiter Ordnung wird operative Geschlossenheit zu einem erkenntnistheoretischen Prinzip: Indem der Beobachter Teil des Systems wird, verschiebt sich das Verständnis von Ordnung grundlegend. Die Welt – bestehend aus Konzepten, Zahlen, Naturgesetzen, Symmetrien und Dingen – erscheint in dieser Perspektive nicht als etwas Entdecktes, sondern als etwas Hervorgebrachtes.

Diese Sichtweise prägt meine Arbeit an Theorien operativer Geschlossenheit. Sie dient mir als Denkraum für Zugänge jenseits algorithmischer Logik, insbesondere im Umgang mit komplexen Herausforderungen. Systemisches Denken bedeutet hier, dass Kommunikation, Beziehungsmuster und der produktive Umgang mit Ungewissheiten zu zentralen epistemischen Ressourcen werden – in der Philosophie ebenso wie darüber hinaus.

Projekte

09.26 -12.26

Cybernetics of Complexity
Forschungsprojekt in Plannung

05.26 -12.26

Muster & Metamuster in der Kybernetik der zweiten Ordnung.
Forschungsprojekt in Plannung

2020/21

Komplexität bei Heinz von Foersters Epistemologie
Stadt Wien, Forschungsabteilung


Lehre

2022

Heinz von Foersters operatives Denken.
Herbstakademie in Kollaboration mit Universität für angewandte Kunst & StadtWien

WS 2020/21

Selbstorganisation and ryzhomatic Ensembles.
BA und MA, Medienwissenschaft, Universität Potsdam

SoSe 2020

Die Innenwelt der Blackbox: Kybernetik der 2. Ordnung.
BA und MA, Medienwissenschaft, Universität Potsdam

WS 2017/18

Drei Stationen einer Genealogie der Kybernetik.
BA, Medienwissenschaft, Universität Potsdam


Vorträge

2026

Epistemologien zweiter Ordnung als Ausweg aus der algorithmischen Hegemonie
ASC 2026 Meeting, Ouro Petro, Brasil

2024

The hermeneutics of listening: reciving and making distinctions. A dialogue betwenn Heinz von Foerster, Ranulph Gnalville and Gregory Bateson.
ASC 60th Anniversary Meeting, Washington DC.

2022

Teknika eta izatearen eraketa: domestikazioa eta zaintzaren artean
UEU Sommerkurs, Donostia/San Sebastian

2021

On a Gnostic Motif of Cybernetic Epistemology
Tagung: Media Philosophy and theological aesthetics of algorithms. Charles University Prague & GfM 

2020

Process and Ontogenesis: Entropy and self-organisation in embryonic development of organically and inorganically organised structures
Tagung: Taboo-Transgression-Transcendence, Universität für Angewandte Kunst


Publikationen

2026

Einführung: Theorien der Selbstorganisation, Utb Verlag.
(In Bearbeitung)

2025

The hermeneutic of listeining: receiving and making distinctions. A dialogue between Heinz von Foerster, Ranulph Glanville and Gregory Bateson
in: Constructivist Forundations
(in Bearbeitung)

Liebe: Wenn eine Unmöglichkeit wahrscheinlich wird.
in: Tuczay/Ballhausen (Hg.), Mahrtenehe.
(Im Druck)

2023

Peter Sloterdijk-en antropoteknika: gizakiaren otzantasun- eta luxu-iturri
in: Jon Mentxakatorre eta Aitzol Astigarraga: Adimen artifiziala: filosofia eta teknologie bilgune, UEU.

Wenn die Kontrolle hinterherkommt. Ein Essay zur Kybernetik,
in: Zukunft 01/2023.

A Reconstruction of Epistemological Foundations of Cybernetics. The First Steps in Epistemologies of Complexity,
in: Philosophy Kitchen. Rivista di filosofia contemporanea. N. 18: Cibernetica. Prospettive sul pensiero sistemico, pg. 15-34.

2022

Der Betrug Odysseus‘ und die Wahrheit der technischen Medien,
in: Ballhausen, Thomas (Hg): Zeit und Medien, 2/2022

2021

Zu gnostischen Motiven der operativen Erkenntnistheorie,
in:  Johannes Benke & Virgil Brower (Hg.), Mediality, Religion, Theology, Internationales Jahrbuch für Medienphilosophie, Bd. 7, Berlin.