Arantzazu Saratxaga Arregi

Kategorie: Komplexität

  • ASC Conference „Conversational Confluences“ August 3-7, 2006 Ouro Preto– ein Bericht

    ASC Conference „Conversational Confluences“ August 3-7, 2006 Ouro Preto– ein Bericht

    Ein wunderbares Zusammenfließen von Fragen, Gedanken und Begegnungen, das dort möglich wird, wo das Zuhören sich selbst zuhört

    Ein wenig Geschichte

    Die American Society for Cybernetics (ASC) wurde 1964 in Washington, D.C. gegründet, gut zehn Jahre nach der letzten der Macy-Konferenzen, die zwischen 1946 und 1953 stattfanden.

    Die Macy-Konferenzen waren eine Reihe interdisziplinärer Treffen, bei denen Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammenkamen, um Rückkopplung, Kommunikation, Steuerung und zirkuläre Prozesse in technischen, biologischen und sozialen Systemen zu untersuchen. Bemerkenswert war dabei eine Form von Interdisziplinarität, bei der nicht die Grenzen einzelner Disziplinen im Vordergrund standen, sondern gemeinsame Fragen und Probleme, an denen unterschiedliche Denkweisen aufeinandertrafen.

    Die dort verhandelten Fragen wirkten weit über die Konferenzen hinaus. In der Nachkriegszeit entwickelten sich in enger Verbindung mit ihnen zahlreiche Forschungsrichtungen und Anwendungsfelder – von Robotik und neuronalen Netzen über maschinelles Lernen bis hin zu Organisation und Management. Vieles davon wird heute unter dem sehr allgemeinen und entsprechend wenig trennscharfen Oberbegriff „Künstliche Intelligenz“ zusammengefasst. Dabei haben diese Felder unterschiedliche historische Ursprünge, Fragestellungen und Entwicklungslinien. Eine kybernetische Perspektive kann helfen, diese Unterschiede ebenso wie ihre Verbindungen wieder sichtbar zu machen.

    Die Gründung der ASC lässt sich als eine gewisse Kontinuität und Erweiterung dieser Bewegung verstehen: das Interesse daran, kybernetische Fragen über einzelne Disziplinen hinweg gemeinsam weiterzuverfolgen. Diese Kontinuität zeigte sich auch personell. Warren McCulloch wurde der erste gewählte Präsident der ASC; Heinz von Foerster gehörte zu ihren Ehren-Gründern und war über mehrere Jahre Vorsitzender des Board of Directors. Beide stellten eine direkte Verbindung zu den Macy-Konferenzen her.

    Mit der Entwicklung automatisierter Maschinen entstanden zugleich Fragen, die über deren technische und operative Funktionsweise hinausgingen. Technologie trat in Wechselwirkung mit sozialen Systemen und war damit nicht nur Gegenstand technischer Forschung, sondern warf neue Fragen nach Beobachtung, Erkenntnis, Kommunikation und Entscheidung auf. Die Maschine wurde damit auch epistemologisch interessant: wie verändern technische Systeme die Bedingungen, unter denen beobachtet und entschieden wird? Aus diesen Fragen gewann ein erkenntnistheoretischer Zweig der Kybernetik an Bedeutung, der später unter anderem mit konstruktivistischen Ansätzen verbunden wurde.

    Das Biological Computer Laboratory (BCL) an der University of Illinois, das Heinz von Foerster von 1958 bis 1975 leitete, war einer der Orte, an denen solche Fragen verfolgt wurden. Interessanter ist, dass technische Entwicklungen zugleich Fragen nach Erkenntnis, Beobachtung und Verantwortung aufwarfen. Technologie entstand nicht losgelöst von der Frage, welche Wirklichkeiten wir mit ihr hervorbringen.

    Auch später entstanden immer wieder neue Orte und Formen des Austauschs, etwa die Gordon Research Conferences on Cybernetics in den 1980er Jahren.

    Vielleicht spielte dabei gerade eine Rolle, dass die Kybernetik keine dauerhafte eigene institutionelle Heimat an den Universitäten fand. Es gab Forschungsorte wie das BCL, Gesellschaften wie die ASC und immer wieder neue Konferenzen und Zusammenkünfte, aber keine Institution, die das Feld als Ganzes dauerhaft trug. Vielleicht entstand gerade daraus die Notwendigkeit, immer wieder Orte zu schaffen, an denen Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenkommen und kybernetische Fragen gemeinsam weiterdenken konnten

    Und vielleicht liegt genau darin etwas, das die Kybernetik bis heute zusammenhält: die Verantwortung für eine Art von Weltordnungsschaffung – unabhängig davon, aus welcher Disziplin und institutionellen Verortung heraus sie geschieht.

    Heute,

    Diese Geschichte setzt sich in der heutigen ASC fort. Aus der 1964 in Washington gegründeten Gesellschaft ist inzwischen eine internationale Gemeinschaft geworden. Kybernetik wird dabei ausdrücklich als inter-, trans- und metadisziplinäres Feld verstanden. Ihre Mitglieder arbeiten in sehr unterschiedlichen Bereichen – von Biologie und Lebenswissenschaften über Kunst, Medizin und Therapie bis hin zu Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Design, Management und Wirtschaft.

    Im Zentrum steht dabei die Beobachtung des Beobachters. Eine Beschreibung eines Systems kann nicht unabhängig von demjenigen gedacht werden, der beobachtet, unterscheidet und beschreibt. Der Beobachter steht nicht außerhalb dessen, was er beobachtet: Er trifft Unterscheidungen, beschreibt Beziehungen und ist selbst in Rückkopplungen und zirkuläre Prozesse eingebunden. Damit wird auch die Vorstellung einer vom Beobachter vollständig unabhängigen Objektivität fragwürdig.

    Daran schließen Fragen der Selbstreferenz und konstruktivistische Überlegungen an. Wirklichkeit wird nicht einfach als etwas Vorgegebenes abgebildet, sondern im Prozess des Unterscheidens, Beobachtens und Beschreibens konstruiert. Mit der Autopoiese von Humberto Maturana und Francisco Varela kommt die Frage hinzu, wie lebende Systeme sich durch ihre eigenen Prozesse organisieren und erhalten.

    Relationen, Kommunikation, Rückkopplung und Zirkularität werden damit entscheidend. Und sobald der Beobachter selbst in die Beobachtung einbezogen wird, stellt sich auch die Frage nach Verantwortung: für die Unterscheidungen, die wir treffen, für unsere Beschreibungen und Handlungen und für die Wirklichkeiten, die wir damit hervorbringen.

    Confluence

    Diese ASC-Konferenz hatte den Untertitel „Confluence“: Flüsse, die ineinander münden; das Fließen des Wassers, das Zusammenfließen. Und das ist wirklich gelungen.

    „Confluence“ bezog sich dabei auf einen Gedanken des brasilianischen Denkers und Aktivisten Nego Bispo. Bei ihm bedeutet Zusammenfließen gerade nicht Assimilation oder Homogenisierung. Unterschiedliche Weltanschauungen, Praktiken und Formen des Wissens können zusammenkommen, ohne ihre Eigenständigkeit aufgeben zu müssen. Wie Flüsse, die zusammenfließen und dabei stärker werden, können Unterschiede einander verstärken und neue Möglichkeiten des Zusammenlebens und Wissens hervorbringen. Der Begriff steht in einem dekolonialen und gegenhegemonialen Zusammenhang: Es geht um eine Pluralität, die Unterschiede nicht beseitigt, sondern aus ihnen neue Beziehungen und Möglichkeiten entstehen lässt.

    Die ASC 2026 nahm diesen Gedanken auf und fragte danach, wie Kybernetik selbst an solchen Konfluenzprozessen teilnehmen kann – in Begegnungen und Experimenten mit Kunst, Design, Technologie, Ökologie und situiertem Wissen.

    Diese Idee spiegelte sich in den verschiedenen Tracks der Konferenz wider. Die Themen reichten von Stafford Beers Organisationskybernetik und ihren Verbindungen zu Lateinamerika über pluriversales und mehr-als-menschliches Design, hybride biologische und digitale Systeme und ökologische Zukunftsentwürfe bis hin zu indigenem Wissen, KI, Kartografie und Fragen algorithmischer Epistemologie. Andere Beiträge beschäftigten sich mit Second-Order Cybernetics, Reflexivität, Modellierung und der Frage, wie unter Bedingungen von Unsicherheit gehandelt werden kann.

    Besonders deutlich wurde der Gedanke der Confluence im Plenum „Conversational Confluences“. Hier wurden traditionelles und situiertes Wissen und Kybernetik nicht nacheinander präsentiert, sondern tatsächlich miteinander ins Gespräch gebracht. Beteiligt waren unter anderem Menschen aus dem Assentamento Terra Vista und dem Netzwerk Teia dos Povos, aus dem Coletivo Borum-Kren Vivos e Fortes sowie aus weiteren lokalen und regionalen Zusammenhängen. Traditionelle Praktiken, Erfahrungen und Formen des Wissens begegneten kybernetischen Begriffen und Denkweisen. Es ging dabei nicht darum, das eine durch das andere zu erklären, sondern um Berührungspunkte – und um die Frage, was geschieht, wenn unterschiedliche Formen des Wissens einander zuhören und aufeinander reagieren.

    Eine weitere, diesmal historische Confluence mit Lateinamerika zeigte sich in der Session zum 100. Geburtstag von Stafford Beer. Allenna Leonard und Carlos Senna, der selbst am Project Cybersyn beteiligt gewesen war, erinnerten an Beers Arbeit in der Region. Dabei ging es nicht nur um das bekannte Project Cybersyn in Chile, sondern auch um weniger bekannte Projekte und Kooperationen in Mexiko, Uruguay, Venezuela und Kolumbien. Sichtbar wurde damit eine Geschichte kybernetischer Ideen, die in unterschiedlichen politischen, sozialen und kulturellen Situationen aufgenommen, verändert und praktisch erprobt wurden.

    Interessant war weniger die Vielfalt der Themen an sich als das, was zwischen ihnen entstehen konnte. Kunst, Technologie, Ökologie, Design, indigene und traditionelle Wissensformen, KI und kybernetische Fragen kamen in unterschiedlichen Konstellationen miteinander ins Gespräch. Beeindruckend waren dabei jene unerwarteten Begegnungen, in denen man plötzlich von etwas Neuem erwischt – und selbst entdeckt wird.

    Gespräche, in denen nicht von vornherein feststeht, wohin sie führen. Kommunikation über Regelung und Steuerung hinaus: ein außer Kontrolle ablaufendes Aufeinandertreffen. Als ob sich darin bereits eine dem System selbst nicht gewusste, sondern erst zu erfahrende und zu lernende Intentionalität, ein Purpose, ein Grund oder eine Entelechie zeigt – dem Beobachter durch seine eigene Verwicklung nicht zugänglich und dennoch vollkommen operativ.

    Eine andere schöne Erfahrung war die Intergenerationalität der Menschen, die sich dort trafen. Unter den Teilnehmenden waren Schülerinnen und Schüler jener Persönlichkeiten, die die Kybernetik wesentlich geprägt haben, ebenso wie jüngere Generationen, die diese Menschen und die unterschiedlichen kybernetischen Strömungen zunächst aus Büchern oder Erzählungen kannten.

    Es war genau das „Confluence“: nicht nur das Zusammentreffen unterschiedlicher Disziplinen, sondern unterschiedlicher Generationen, Geschichten, Erfahrungen, Weltanschauungen und Zugänge zur Kybernetik – und eine Konferenz, die ihnen Zeit ließ, miteinander zu reden. Im Sinne Nego Bispós konnten sie nebeneinander bestehen, sich begegnen und sich gegenseitig verstärken.

  • Epistemology After the Algorithm: A Second-Order Cybernetic Intervention

    Epistemology After the Algorithm: A Second-Order Cybernetic Intervention

    ASC Conference Track 7, Conversational Confluences (American Society for Cybernetics Conference – August 3–7, 2026)


    Organized by Arantzazu Saratxaga

    This proposal outlines a collaboration within the ASC framework to create a collective
    working space leading to a joint publication. The project explores the emancipatory potential
    of second-order cybernetics as a response to the epistemological foundations of contemporary
    algorithmic governance.

    Algorithmic governance rests on the assumption that reality is objectively given, fully
    modelable, and manageable through computation. This premise shifts epistemic authority to
    algorithmic systems, treated as neutral producers of comprehensive knowledge. The
    dominance of AI depends on the belief that algorithmic models generate objective truth.
    Consequently, power is delegated to systems that claim neutrality while concealing their
    selective operations. A “God’s eye” perspective emerges, legitimizing algorithmic authority
    not only through performance but through an attributed status of objectivity and omniscience.
    The track challenges this logic through second-order operative epistemology. Rather than
    presuming objectivity, second-order cybernetics observes observation itself. It emphasizes
    that every observation is selective and entails blind spots. Knowledge arises not from
    representing reality but from reflecting on how observations are constructed. This perspective
    questions the promises of transparency, automation, and total control.

    The track will address central epistemological tensions: observation versus representation;
    self-organization versus algorithmic determinism; transparency versus the blind spot of
    observation; communication versus control; reflexivity versus automation; and uncertainty
    versus the illusion of total calculability.

    Drawing on cybernetic operative knowledge, the track aims to critically examine the
    epistemological foundations of algorithmic power, expose their fragility, and open alternative
    spaces for thought and action, laying the groundwork for a subsequent joint publication.

    Keywords: AI, Epistemologies, Second Order

  • The Gorgon’s Gaze: Recursion at the Abyss of Truth

    Luhmann Conference 2026

    14–18 September 2026


    This presentation examines operative recursion in Niklas Luhmann’s systems theory as the epistemological limit of truth. It argues that recursion is not merely a logical or systemic principle but marks a fundamental horror vacui of truth. Once truth can no longer be conceived as correspondence between observation and reality, the disappearance of any external epistemic ground leaves a void that recursive communication incessantly seeks to fill. Every act of observation is referred back to the conditions of its own possibility, unfolding an endless movement of self-reference from which no privileged standpoint can emerge.
    Truth thus assumes an irreducibly paradoxical form. The operative closure of self-referential systems renders the world observable only by simultaneously producing new forms of unobservability. Every distinction generates its own blind spot; every act of seeing presupposes what it cannot see. The epistemological force of recursion resides precisely in this impossibility of occupying an Archimedean point outside communication. Truth no longer rests upon ontological foundations but emerges as a contingent effect of recursive communicative operations.
    The paper develops this argument through a communicological reading of the Gorgon. Rather than serving as a merely mythological figure, the Gorgon becomes an epistemological figure of radical unobservability. Her gaze marks the threshold at which observation encounters the opacity of its own conditions and collapses into reflexivity. The disclosure of recursion therefore culminates not in transparency but in a horror vacui of truth: the abyss opened by the absence of any external foundation is continuously occupied by further operations of observation. The Gorgon thus embodies not the terror of truth itself, but the unsettling impossibility of escaping its recursive production—a truth that never reaches completion but endlessly reproduces the conditions of its own emergence.

  • The Order of Indeterminacy: Complexity, Uncertainty, and the Black Box – The Limits of Modelling

    The Order of Indeterminacy: Complexity, Uncertainty, and the Black Box – The Limits of Modelling

    Invited paper presented at the International Conference on Cultural Complexity and Computational Approaches, Málaga, Spain, 30 June–2 July 2026.

  • SoSe26 Seminar, abk Stuttgart: „Prozessualität der Form: Grundzüge einer generativen Formtheorie“

    SoSe26 Seminar, abk Stuttgart: „Prozessualität der Form: Grundzüge einer generativen Formtheorie“

    Das Seminar untersucht das „Generative“ als ästhetischen Leitbegriff mit besonderem Fokus auf die Form. Im Zentrum steht die Frage, wie Form im Kontext generativer Prozesse entsteht und wie sich dieses Entstehen beobachten, denken und zur Sprache bringen lässt. Generative Kunst verschiebt die Aufmerksamkeit vom abgeschlossenen Werk auf den Prozess der Hervorbringung von Bild- und Strukturformationen. Form erscheint dabei nicht als Abbild oder Repräsentation einer Idee (eidos), sondern als emergente Gestalt, die sich im Vollzug komplexer Prozesse konstituiert.

    Ausgehend von einer kritischen Analyse hylemorphistischer und substanzontologischer Formkonzeptionen – Form als eidos oder als die Materie (hylé) in-formierende Idee – entwickelt das Seminar eine nicht-repräsentationale und relationale Theorie der Form. Form wird als situierte Stabilisierung komplexer Prozesse verstanden: als Muster, das aus Rückkopplung, Resonanz und Wechselwirkung hervorgeht. Sie ist keine statische Struktur, sondern eine zeitlich gebundene, dynamische und „merkende“ Konfiguration innerhalb komplexer Systeme. Form erscheint somit als emergentes Ereignis, das sich im Verlauf der Zeit transformiert. Reflektiert werden eine Ästhetik des Verschwindens, der Instabilität und der Transformation ebenso wie Gestaltung als Ermöglichung von Emergenz.

    Theoretisch verbindet das Seminar philosophische Perspektiven (Differenzphilosophie, Systemtheorie, Phänomenologie, feministischer Materialismus) mit ästhetischen Theorien, insbesondere der generativen Ästhetik, sowie mit Bezügen zur ästhetischen Gestalttheorie (Rudolf Arnheim). Ergänzend werden kunst- und medienhistorische Positionen einbezogen: im Kontext generativer Gestaltung George Nees, Frieder Nake und Manfred Mohr, im Feld generativer Kunst Herbert W. Franke. Darüber hinaus werden Referenzen zum Konstruktivismus, zur Konkreten Kunst, zum Bauhaus, zur Lichtkunst (László Moholy-Nagy), zur Netzwerkkunst sowie zu Arbeiten von Victor Vasarely, Gerhard von Graevenitz, Herman de Vries und Myron Krueger hergestellt.

    • Präsentation
      15.05. (14:00 Uhr–18:00 Uhr)
    • Form und Eidos und ihre Dekonstruktion
      22.05. (10:00 Uhr–18:00 Uhr)
      23.05. (10:00 Uhr – 14:00 Uhr)
    • Prozesualität der Form – Gestalttheorie in der Kunst & Paradoxien der Form
      11.06. (14:00 Uhr–18:00 Uhr)
      12.06. (10:00 Uhr–18:00 Uhr)
    • Generative Kunst & Generative Ästhetik
      25.06. (14:00 Uhr–18:00 Uhr)
      26.06. (10:00 Uhr–18:00 Uhr)
      27.06 (10:00 Uhr-14:00 Uhr)



    Literaturverzeichnis

    Allgemein

    • Belting, Hans: Bild-Anthropologie. Entwürfe für eine Bildwissenschaft. München: Wilhelm Fink Verlag, 2001.
    • Belting, Hans / Dilly, Heinrich / Kemp, Wolfgang (Hg.): Kunstgeschichte. Eine Einführung. Berlin: Reimer Verlag, 1985.
    • Cassirer, Ernst: Die Philosophie der Aufklärung. Tübingen: Mohr Siebeck, 1932.
    • Coccia, Emanuele: Das Leben der Formen.
    • Coccia, Emanuele: Das sinnliche Leben. Berlin: Matthes & Seitz, 2018.
    • Coccia, Emanuele / Bense, Max: Schalten und Walten. Karlsruhe: ZKM.
    • de Man, Paul: Aesthetic Ideology. Minneapolis: University of Minnesota Press, 1996.
    • Derrida, Jacques: Die Wahrheit in der Malerei. Wien: Passagen Verlag, 1992.
    • Didi-Huberman, Georges: Was wir sehen blickt uns an. Zur Metapsychologie des Bildes. München: Wilhelm Fink Verlag, 1999.
    • Jauß, Hans Robert: Ästhetische Normen und geschichtliche Reflexion in der „Querelle des Anciens et des Modernes“. München: Wilhelm Fink Verlag, 1964.
    • Merleau-Ponty, Maurice: Das Auge und der Geist. Hamburg: Meiner Verlag, 2003.
    • Merleau-Ponty, Maurice: Phänomenologie der Wahrnehmung. Berlin: Walter de Gruyter, 1966.
    • Rancière, Jacques: Das ästhetische Unbewusste. Zürich/Berlin: Diaphanes, 2006.
    • Wölfflin, Heinrich: Kunstgeschichtliche Grundbegriffe. Das Problem der Stilentwicklung in der neueren Kunst. München: Bruckmann, 1915.

    Referenzierte Texte

    I. Sitzung

    • Adorno, Theodor W.: Ästhetische Theorie. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1970.
    • Baumgarten, Alexander Gottlieb: Philosophische Betrachtungen über einige Bedingungen des Gedichts (Meditationes philosophicae de nonnullis ad poema pertinentibus). Halle: Hemmerde, 1735.
    • Bennett, Jane: Vibrant Matter. A Political Ecology of Things. Durham/London: Duke University Press, 2010.
    • Deleuze, Gilles / Guattari, Félix: Tausend Plateaus. Kapitalismus und Schizophrenie II. Berlin: Merve Verlag, 1992.
    • Hildebrand, Adolf von: Das Problem der Form in der bildenden Kunst. Straßburg: Heitz, 1893.
    • Langer, Susanne K.: Fühlen und Form. Eine Theorie der Kunst. Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 1987.
    • Malabou, Catherine: La plasticité au soir de l’écriture. Dialectique, destruction, déconstruction. Paris: Léo Scheer, 2004.
    • Riegl, Alois: Stilfragen. Grundlegungen zu einer Geschichte der Ornamentik. Berlin: Georg Siemens, 1893.
    • Simondon, Gilbert: L’individuation à la lumière des notions de forme et d’information. Grenoble: Millon, 2005.
    • Zimmermann, Robert: Allgemeine Ästhetik als Formwissenschaft. Wien: Braumüller, 1865.

    II. Sitzung

    εἶδος (eidos) und μορφή (morphē)

    • Aristoteles: Analytica posteriora. Übers. und hg. von Wolfgang Detel. Berlin: Akademie Verlag, 1993.
    • Aristoteles: Metaphysik. Übers. und hg. von Horst Seidl. Hamburg: Meiner Verlag, 1980.
    • Aristoteles: Physik. Übers. und hg. von Hans Günter Zekl. Hamburg: Meiner Verlag, 1987.
    • Foucault, Michel: Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1974.
    • Platon: Euthyphron. In: Sämtliche Werke, Bd. 1. Übers. von Friedrich Schleiermacher. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1994.
    • Platon: Phaidon. In: Sämtliche Werke, Bd. 2. Übers. von Friedrich Schleiermacher. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1994.
    • Platon: Politikos (Der Staatsmann). In: Sämtliche Werke, Bd. 6. Übers. von Friedrich Schleiermacher. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1994.
    • Platon: Sophistes. In: Sämtliche Werke, Bd. 6. Übers. von Friedrich Schleiermacher. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1994.

    Zwischen den Formen der Natur, des Geistes und des Kunstwerks: Das Problem der Nachahmung und Mimesis

    • Alberti, Leon Battista: Drei Bücher über die Malerei (De pictura). Übers. und hg. von Oskar Bätschmann und Christoph Schäublin. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2002.
    • Burke, Edmund: Philosophische Untersuchung über den Ursprung unserer Ideen vom Erhabenen und Schönen (A Philosophical Enquiry into the Origin of Our Ideas of the Sublime and Beautiful). Hamburg: Meiner Verlag, 1989.
    • Goethe, Johann Wolfgang: Einfache Nachahmung der Natur, Manier, Stil. In: Sämtliche Werke, Bd. 18. Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag, 1999.
    • Hegel, Georg Wilhelm Friedrich: Vorlesungen über die Ästhetik. 3 Bde. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1986.
    • Herder, Johann Gottfried: Kalligone. Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag, 2000.
    • Kant, Immanuel: Kritik der reinen Vernunft. Hamburg: Meiner Verlag, 1998.
    • Kant, Immanuel: Kritik der Urteilskraft. Hamburg: Meiner Verlag, 2001.
    • Leonardo da Vinci: Das Buch von der Malerei. Hg. und übers. von Marie Herzfeld. Jena: Eugen Diederichs, 1909.
    • Lessing, Gotthold Ephraim: Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie. Stuttgart: Reclam, 1987.
    • Winckelmann, Johann Joachim: Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst. Stuttgart: Reclam, 1986.

    Symbolische Formen, Gestalttheorie und der 19.Jh

    • Cassirer, Ernst: Philosophie der symbolischen Formen. Bd. 3: Phänomenologie der Erkenntnis. Berlin: Bruno Cassirer, 1929.
    • Ehrenfels, Christian von: Über Gestaltqualitäten. In: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie 14 (1890), S. 249–292.
    • Fechner, Gustav Theodor: Vorschule der Ästhetik. 2 Bde. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1876.
    • Kandinsky, Wassily: Über das Geistige in der Kunst, insbesondere in der Malerei. München: Piper Verlag, 1912.
    • Nietzsche, Friedrich: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne. In: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe, Bd. 1. Hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. München: dtv / de Gruyter, 1980.
    • Wertheimer, Max: Untersuchungen zur Lehre von der Gestalt II. In: Psychologische Forschung 4 (1923), S. 301–350.

    Die 20.Jh: Phänomenologie und die Geometrie des Geistes

    • Apollinaire, Guillaume: Die Maler des Kubismus. Ästhetische Betrachtungen (Les Peintres cubistes, 1913). Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1989.
    • Bell, Clive: Art. London: Chatto & Windus, 1914.
    • Brassaï: Gespräche mit Picasso. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1966.
    • Gropius, Walter: Idee und Aufbau des Staatlichen Bauhauses. München: Albert Langen Verlag, 1923.
    • Husserl, Edmund: Formale und transzendentale Logik. Hamburg: Meiner Verlag, 1978.
    • Husserl, Edmund: Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie. Erstes Buch. Husserliana III/1. Den Haag: Nijhoff, 1976.
    • Husserl, Edmund: Logische Untersuchungen. 2 Bde. Halle: Niemeyer, 1900/01.
    • Malewitsch, Kasimir: Die gegenstandslose Welt (Die Welt als Ungegenständlichkeit). München: Bauhausbücher, 1927.
    • Merleau-Ponty, Maurice: Das Sichtbare und das Unsichtbare. München: Fink Verlag, 1986.
    • Merleau-Ponty, Maurice: Phänomenologie der Wahrnehmung. Berlin: Walter de Gruyter, 1966.
    • Mondrian, Piet: Der Neoplastizismus (Le Néo-Plasticisme, 1920). In: Harry Holtzman / Martin S. James (Hg.): The New Art – The New Life: The Collected Writings of Piet Mondrian. Boston: G. K. Hall, 1986.

    III. Sitzung

    Postmodernität

    • Deleuze, Gilles: Logik des Sinns. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1993.
    • Derrida, Jacques: Dissemination. Wien: Passagen Verlag, 1995.
    • Derrida, Jacques: Die Stimme und das Phänomen. Einführung in das Problem des Zeichens in der Phänomenologie Husserls. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1979.
    • Derrida, Jacques: Grammatologie. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1983.
    • Derrida, Jacques: Randgänge der Philosophie. Wien: Passagen Verlag, 1988.
    • Malabou, Catherine: La plasticité au soir de l’écriture. Dialectique, destruction, déconstruction. Paris: Léo Scheer, 2004.

    Kybernetik, Informationsästhetik, Generative Kunst & frühen Medienkunst

    • Bense, Max: Aesthetica. Einführung in die neue Ästhetik. Baden-Baden: Agis Verlag, 1965.
    • Foerster, Heinz von: Sicht und Einsicht. Versuche zu einer operativen Erkenntnistheorie. Braunschweig/Wiesbaden: Vieweg, 1985.
    • Glanville, Ranulph: Objects. London: Institute of Cybernetics, 1975.
    • Luhmann, Niklas: Die Form „Person“. In: Soziale Welt 42/2 (1991), S. 166–175.
    • Luhmann, Niklas: Die Kunst der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1995.
    • Luhmann, Niklas: Schriften zu Kunst und Literatur. Hg. von Niels Werber. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2008.
    • Moles, Abraham A.: Informationstheorie und ästhetische Wahrnehmung (Théorie de l’information et perception esthétique). Köln: DuMont, 1971.
    • Pask, Gordon: An Approach to Cybernetics. London: Hutchinson, 1961.
    • Spencer Brown, George: Gesetze der Form (Laws of Form). Lübeck: Bohmeier Verlag, 1997.
    • Weibel, Peter (Hg.): Jenseits von Kunst. Beiträge zur Kultur des Medienzeitalters. Wien/New York: Springer, 1997.
  • Elena Asins und die Kryptographie der Form

    Elena Asins und die Kryptographie der Form

    Aus Anlass meines neuelichen Aufenthalts im Baskenland – im Zusammenhang mit meinem Übersetzungsprojekt zu den ästhetischen Schriften Jorge Oteizas – begegnete ich, weniger zufällig als vielmehr in einem kairotischen Zeitpunkt, einer Ausstellung zum Werk von Elena Asins im Kubo Aretoa (Kursaal) in Donostia, kuratiert von Juan Pablo Huercanos.
    Die Ausstellung war großartig, hervorragend kuratiert – und ihre Entdeckung ein kleines Wunder. Was folgt, sind einige Überlegungen zu Elena Asins’ künstlerischer Laufbahn, ihrem Werk und den Fragen, die es durchziehen.

    Elena Asins (Madrid, 2. März 1940 – Azpirotz, Navarra, 14. Dezember 2015) war eine bedeutende bildende Künstlerin und gehörte zur ersten Generation, die Computerkunst einsetzte.

    Vom Expressionismus der Form zu geometrischen Gestaltungen

    Die Sprache Mondrians erweist sich in ihrer essenziellen Reduktion als nahezu unvermeidlicher Ausgangspunkt für neue plastische Überlegungen. Unter seinem Einfluss entwickelte Elena Asins ein besonderes Interesse am Expressionismus der Form und wandte sich zunehmend geometrischen Gestaltungen zu, deren Grundlage Maß, Ordnung und räumliche Struktur bildeten.

    „Mein Interesse an der gesamten geometrischen Gestaltung des Raumes lag vor allem in dessen Vermessung. Daher rührt auch die Betonung rein linearer Strukturen, die im Verlauf ihres Prozesses die Farbe nach und nach zurückdrängten.“

    Rechenzentrum der Universität Complutense Madrid

    Bis 1968 war Elena Asins’ künstlerische Entwicklung wesentlich von der Suche nach Ordnung, Struktur und formaler Präzision geprägt. Einen entscheidenden Impuls erhielt sie in diesem Jahr am damaligen Rechenzentrum der Universidad Complutense in Madrid, wo Informatikseminare zur „automatischen Generierung plastischer Formen“ und zu „berechenbaren Formen“ ihre Fähigkeit zu Analyse, systematischer Ordnung und kontrollierter Strukturierung nachhaltig beeinflussten. Dabei setzte sie sich intensiv mit den Möglichkeiten algorithmischer Gestaltung auseinander und erhielt zugleich eine Ausbildung in computergestützter Logik, die für ihr späteres Werk grundlegend werden sollte..

    Vom Expressionismus der Form zur seriellen Ordnung: Begegnung mit der Aesthetische Information Max Benses

    In Stuttgart gewannen die zunächst noch diffusen Ideen der Informationstheorie konkrete Gestalt — in den Strukturen einer neuen seriellen Ordnung.
    Struktur und serielle Ordnung prägen das Werk von Elena Asins und stehen im Einklang mit der operativen Geschlossenheit computergestützter Algorithmen und ihrer iterativen Logik. Diskrete Zeichen und iterative Wiederholungen bestimmen eine mathematisch paradoxe Informationsgrammatik: in ihrer Organisation geschlossen, in ihrer Codierung jedoch offen. Genau diese informationelle Sprache wollte Asins in die bildende Kunst übertragen.
    Zwischen 1966 und 1973 widmete sie einen Teil ihrer Zeit der experimentellen Poesie und stand dabei in engem Kontakt mit Max Benses Aesthetica, seiner Abhandlung zur numerischen Ästhetik. Darin werden bestimmte „ästhetische Zustände“ beziehungsweise „ästhetische Realitäten“ mithilfe arithmetischer und statistischer Rechenschemata gestalttheoretisch und informationstheoretisch bestimmt, klassifiziert und messbar gemacht.

    Für Asins bedeutete die Arbeit mit algorithmischen Strukturen weit mehr als eine bloße technische Methode. Sie verstand darin eine eigene Logik des Gestaltens — geprägt von Zirkularität, Iteration und differenzieller Wiederholung. Durch Schleifenprozesse und rekursive Verfahren entstehen fortlaufend neue Formen aus bereits erzeugten Strukturen; Linien entwickeln sich kontinuierlich weiter und eröffnen ein Spiel zwischen Ordnung, Variation und potenzieller Unendlichkeit.

    Dieses Denken wurde unter anderem durch Ludwig Wittgensteins Bemerkungen über die Grundlagen der Mathematik (ca. 1937–1944) beeinflusst. Dort erscheint Mathematik nicht als abstraktes System ewiger Wahrheiten, sondern als eine Form von Grammatik: als Regelwerk, das den Gebrauch von Zeichen und Begriffen organisiert. Mathematische Axiome sind demnach weniger Repräsentationen von Ideen als vielmehr operative Strukturen innerhalb einer Sprache. In dieser Verbindung von Regel, Struktur und Offenheit fand Asins eine entscheidende theoretische Grundlage für ihr eigenes künstlerisches Arbeiten.

    Kryptologie statt grafischer Kunst

    Elena Asins verstand ihre Arbeiten weniger als rein grafische Kompositionen denn als eine Form visueller Kryptologie. Diagramme, Zeichenfolgen und strukturierte Systeme durchziehen ihr gesamtes Werk und treten insbesondere seit ihrer Arbeit mit Computern deutlich hervor. Jedes Element besitzt für sie Bedeutung; selbst minimale Verschiebungen und kleinste Variationen tragen semantisches Gewicht. Kunst erscheint dabei nicht als durch Deutung entfremdetes Zeichen oder als von Natur und Leben getrennte ästhetische Oberfläche, sondern als Ausdruck einer den Dingen selbst innewohnenden Ordnung und Präzision, deren Bedeutung zu entziffern ist.

    Menhir 2

    Mit der Werkreihe Menhir führte Elena Asins ihre Auseinandersetzung mit Raum, Ordnung und serieller Struktur auf architektonischer Ebene fort. Die Arbeit besteht aus einer Reihe von vierzig miteinander verbundenen Elementen, deren Anordnung nicht zufällig, sondern nach einem präzisen kombinatorischen System organisiert ist. Dieses folgt denselben Gesetzmäßigkeiten, die bereits ihrer Dolmen-Serie zugrunde lagen, verlagert die Struktur jedoch von einer überkreuzten hin zu einer linearen Lesbarkeit: Die Elemente entfalten sich nacheinander innerhalb eines räumlich-zeitlichen Kontinuums.

    „Nachdem die Notwendigkeit der vorherigen Konstruktion erfüllt war, begann ich, einen Tempel für das Leben und die Stille zu erahnen und zu ersehnen — einen Ort der Meditation in einem zugleich architektonischen, bewohnbaren, klaren und erhabenen Raum. (…)Während die Besetzung des zweidimensionalen Raumes den Blick auf die Betrachtung der acht zweidimensionalen Menhire lenkt, die den neutralen Raum der umgebenden Wand einnehmen, zeigen diese in ihren jeweiligen Positionen die acht Möglichkeiten, die ein Menhir besitzt, wenn sein Winkel entsprechend der Bewegung der Zeiger einer Uhr gedreht wird.“

    Elena Asins
  • Conversation: „Art, Complexity and Uncertainty: a conversation with David Familian“.

    Read the fascinating interview with curator and artist David Familian about art and complexity here!

    Yearbook for Philosophy of Complex Systems, 1 (2025): 235 – 248 https://doi.org/10.3790/pcs.2025.1461904

  • A course on complexity as a part of: „Forests as complex systems field course“

    A course on complexity as a part of: „Forests as complex systems field course“

    Teaching theoretical concepts, such as resilience or complexity theory, provides unique challenges especially in applied disciplines. Current trends such as global change will require natural resource disciplines, such as forestry and agriculture, to expand their scientific basis and possibly shift their dominant paradigms to adopt a broader view of the systems they manage as complex social-ecological systems. This likely will result in borrowing and adapting theories and concepts from other disciplines, such as complexity science. Students in natural resources will need more training in these paradigms and learn to incorporate concepts such as thresholds, uncertainty, and cross-scale interactions as they affect ecosystem dynamics into management or restoration prescriptions. Numerous courses and approaches exist that teach general complexity concepts, including management implications at the governance levels. However, we do not know of any courses where these concepts are specifically applied to practical management challenges. This course aims to overcome this shortcoming by providing field exercises that can are used to link theoretical concepts from complexity science to applied forest management issues regardless of management objectives.

  • Vortrag: “Der Kreislauf: Das Pharmakon der Asymmetrien. Eine technikphilosophische Lesart des Verhältnisses von Zirkularität und Entropie”

    Vortrag: “Der Kreislauf: Das Pharmakon der Asymmetrien. Eine technikphilosophische Lesart des Verhältnisses von Zirkularität und Entropie”

    Es ist ein Vergnügen, an der Veranstaltung „Aufbrüche der Medienphilosophie” teilzunehmen, insbesondere an dem Vortrag „Der Kreislauf: Das Pharmakon der Asymmetrien”. Eine technikphilosophische Lesart des Verhältnisses von Zirkularität und Entropie” teilnehmen zu dürfen!

    Programm

  • Lecture: “Emergence through environmental embedding.”

    Lecture: “Emergence through environmental embedding.”

    I am delighted to present my lecture, ‚Emergence through Environmental Embedding‘, at the XII Intercontinental Conference, ‚The Complexity of World Order Emergence‘, organised by the World Complexity Science Academy (WCSA).

    Abstract

    The aim of my presentation is to present the philosophical theories to understand the phenomenon of emergence, not as the matter itself, but as the (self-)organisation of the system. The organisation of the system arises from the relational correlation between system and environment, in such a way that the emergence can also be successful, under condition of embedding in the system. The ecological relational of embedding is the principle of generation of structures or emergence of patterns.

    The ontological analysis of the concept of emergence shows that only the embedding of emergent properties in certain emergent levels or layers enables the permanent emergence of new structures. Conversely, the singular appearance of any new thing as an object, property, or structural element would only be an irrelevant variation of the given, which occurs constantly and everywhere anyway. The resulting ontological questions are, for example What is an emergent level? How do individual variations of the given gradually coalesce into emergent properties and objects? How can the relationship between different emergent levels be described?

    The ontological approach to the study of emergence is thus holistic in nature, i.e. it sees the whole of a structural section of the world as the actual carrier of emergence. If we assume that emergence is a certain kind of event, i.e. a process, then emergence theory falls within the realm of general process philosophy. It follows that general process conditions, i.e. those that apply to any conceivable process, must also apply to emergent processes. Emergence as a structural phenomenon can thus be understood as a differentiation of antecedent process conditions.